HEIDELBERG DEATHFEST VIII - 15.03.2025 / Heidelberg Halle 02
Letzten Samstag waren wir wieder in Heidelberg unterwegs. Wie jedes Jahr im März findet dort das Deathfest statt und wie jedes Jahr waren wieder eine Menge interessanter Bands am Start. Das drumherum konnte sich auch wieder sehen lassen, ob es die Chill-Out-Lounge betrifft, inklusive Death-Metal-Markt, die Merchstände an sich die großzügig in der Halle aufgebaut sind. Für das leibliche Wohl ist auch immer gesorgt und ich denke da findet auch jeder etwas Passendes in der Food-Area.
Negatives gibt es über dieses Festival nicht zu sagen, denn auch hier gilt die Regel: je brutaler die Musik, desto freundlicher die Menschen. Auffällig war dieses Jahr die Anzahl der Leute die sich alkoholtechnisch ins Aus geschossen haben, lag vielleicht auch an der einen größeren Gruppe, die zu dem Festival angereist war und den Durchschnittswert der Alkoholleichen nach oben getrieben hat. Kommern wir zur Musik. Dieses Jahr vieles was meinen persönlichen Geschmack trifft. Starten wir mit CARCOSA aus Kanada. Zum ersten Mal auf dem DEATHFEST und zum ersten Mal in Europa, das ist schon eine starke Nummer. Deathcore vom Feinsten und thematisch auch recht interessante Themen angeschnitten, zum einen Star Wars und zum anderen einen Song über Uma Thurman, die wir ja alle aus Filmen à la Kill Bill und Pulp Fiction kennen. HELLKNIFE konnte man als den lokalen Beitrag nennen. Das Quintett stammt aus Mannheim, was so zusagen, um die Ecke liegt.
FUMING MOUTH --- S.R.O.M.
Klasse Musik die ihren Death-Metal mit einer Mischung aus Punk, Crust und Hardcore anreichern. Ihr aktuelles Album "Flames of Damnation" erschien erst im Februar. Auch FUMING MOUTH die im Anschluss an der Reihe waren können mit einem neuen Album aufwarten. Zwischen dem Geknüppel fiel der letzte Song etwas aus der Reihe. Recht langsam, ich würde sogar sagen Doom-Schlagseite mit einer sehr hohen Stimme im Chorus. Aber das muss man auch erst einmal so hinbekommen. SATAN'S REVENGE OF MANKIND oder auch kurz S.R.O.M., die erste Goregrind Band des Abends sorgte nicht nur für Abwechslung, sondern auch für den ersten Circle Pit des Abends. Oldschool Death-Metal präsentierten SLAUGHTERDAY. Hier gab es CO₂ Säulen für die Optik und ordentliches Geknüppel der Marke "Hauled" oder auch "Tyrants". Abwechslung wurde großgeschrieben, demnach durfte es nach der Oldschool Portion wieder eine volle Runde extremes Geballer geben. Hierfür eigenen sich eigentlich nur RECTAL SMEGMA.
Die Niederländer walzten mit Krachern der Marke "Fingerbang Orang-Utan" oder auch "Slayer But Gayer" alles nieder. Goregrind und Death-Metal spielten sich heute den Ball gegenseitig zu. Eine weitere niederländische Band war mit BODYFARM vertreten. Los ging ihr Set mit "Torment", gefolgt von "Slaves of War" und "Manhunt". Des Weiteren gab es noch ein paar ordentliche Kracher à la "Pervitin" und "Dreadlord" um die Rübe richtig zu schütteln. SPASM waren auch wieder großartig. Das letzte Mal als wir die Tschechen live sahen wir bei dem legendären Ranger Rock. Keine Ahnung welche Songs gespielt wurden, ist am Ende aber auch nicht nötig, da wir akustisch und natürlich optisch vom Feinsten unterhalten wurden. Zwischendurch musste es auch mal nach draußen zur Food-Area. Dort hat konnte man in der Warteschlange tatsächlich ein Gespräch verfolgen, bei dem sich Leute über den Bandnamen der Polen echauffierten. Ernsthaft, wer nicht mit Bandnamen, Texten, Songtiteln und Albumcovern in der Death-Metal bzw Goregrind-Szene zurechtkommt, sollte besser kein Deathfest besuchen. Ein weiterer Favorit kündigte sich mit FLESHCRAWL an.
Seit 1987 sind die Oldschool-Deather schon unterwegs und es gab auch eine ordentliche Packung aus den 90ern. "As Blood rains from the Sky" wurde zelebriert. Von selbigen Album gab es auch noch "Under the Banner of Death" und "Embraced by Evil". Das letzte Album stammt von 2019 und davon wurde nichts gespielt. Hauptsächlich hielt man sich an alte Songs wie den Brecher "Perpetual Dawn", "Never to die again" oder auch "Subordinated". Klasse Show, da konnte man nur die Matte schütteln und die Mano Cornuta in die Luft strecken. ANGELMAKER stammen im Übrigen auch aus Kanada, nur das sie melodischen Deathcore spielen und zwei Sänger haben. Hier ging es mit Vollgas zur Sache. THE CROWN war überragend. Die Schweden bringen seit 1998 konstant gute Alben auf den Markt. Das Letzte, selbst betitelte im vergangenen Jahr. Zu den Highlights darf man auf jeden Fall "Blitzkrieg Witchcraft" und "Total Satan" zählen. Eine Vorstellung die unglaublich viel Energie und Power ausstrahlte. So muss Death-Metal.
FLESHCRAWL --- ANGELMAKER
Wenn es aus Schweden kommt, kann es eigentlich auch nicht schlecht sein. Headliner des Abends und mit Spannung erwartet - SUFFOCATION. Album Nummer neun am Start und auch schon seit 1988 aktiv. Die Amerikaner zerlegten auf ihrem Stop in Heidelberg, auf ihrer Europa / UK-Tour, fachgerecht die Bühne. Ihre eigene Art zwischen Brutalen Growls und dem technischen Spiel sucht seinesgleichen und genau dieses macht SUFFOCATION so einzigartig. Da konnte man sich auf viele Klassiker aus den alten Zeiten freuen und hier und da auch einen neueren Song. Mit diesem absoluten Highlight ging das achte Deathfest zu Ende. Wir bedanken uns wieder ein Teil davon gewesen sein zu dürfen und freuen uns auf den nächsten März und HEIDELBERG DEATHFEST IX, wo wir wieder alte Freunde und Bekannte treffen und natürlich ordentlich Death-Metal um die Ohren geblasen bekommen.
THE CROWN --- SUFFOCATION